霧雨 / Kirisame
Nieselregen
Aus dem kalten, ewigen, alles durchnässenden Nieselregen entkommen immer wieder, hier und da kleine Momente, Lichtblicke, Eindrücke oder Einsichten, die sich in Bilder und Gedanken verfestigen lassen, um dann in Haiku, Haiga, Senryū und ähnlichen Gedichten festgehalten zu werden. Die Reise führt dieses Mal aus dem Regen in die Gärten, durch den Dschungel der Großstädte, an Spiegeln vorbei hin zu weiteren thematisch zusammengestellten Kurzgedichtzyklen.
Kirisame ist der zweite Gedichtband aus den Corona-Jahren 2020 und 2021. In seinem Aufbau ähnelt das Werk seinem Vorgänger 冬至 Tōji, doch während Tōji Werke aus der Zeit vor der Pandemie enthält, sind die Gedichte in diesem Band allesamt in der zweiten Jahreshälfte 2020 und im Winter 20/21 entstanden und gefühltermaßen dunkler, ernster und schwerer. Das Buch gliedert sich wieder in Zyklen, doch um mehr Abstand zur traditionellen Haiku-Dichtung zu gewinnen eingänglich nicht mehr jahreszeitlich sondern anderweitig naturverbunden. Während der namensgebende Nieselregen noch ein „natürliche“ Gegebenheit ist, sind Schottergarten und Stadtwald menschgemachte Natur. Neben den Naturzyklen haben auch wieder zwischenmenschliche (ist Einsamkeit eine Zwischenmenschlichkeit?), politisch, erotische und andere kulturelle Belange Einzug in die Gedichte gefunden.
Das Buch enthält wieder zahlreiche Abbildungen von denen 10 ganzseitig vollfarbig sind.
